Grußwort des Pfarrers

20060903_7Alle Jahre wieder kommt das Christuskind auf die Erde nieder, wo wir Menschen sind. (Wilhelm Hey 1789-1854)

 

Liebe Gemeinde, liebe Leser!

„Alle Jahre wieder“ ist sicherlich kein besonders kirchliches Weihnachtslied, aber es drückt so wunderbar aus, was uns jedes Jahr aufs Neue wieder so schnell ereilt: Das Jahr ist bald um und Weihnachten steht vor der Tür! Es scheint immer schneller zugehen, je älter man wird, da sagten schon unsere Vorfahren und nun merken die meisten von uns es selbst. Dabei bin ich – wie übrigens jedes Jahr – noch gar nicht in Stimmung, ein Krippenspiel für die Kinder auszusuchen. War es nicht gerade noch sehr heiß und Sommer? Haben wir nicht gerade erst unsere neue Kirche geweiht und uns an die wunderschönen neuen Räume gewöhnt? Und jetzt neigt sich dieses so bewegende Jahr schon wieder dem Ende entgegen. Das Kirchenjahr allzumal, denn da sind wir noch einen Monat früher dran!

 Ja, die Zeit vergeht und wir mit ihr. Das Ende des Kirchenjahres will uns das jedes Jahr ins Bewusstsein rufen: Wachen Glaubens Christus – unserem Herrn – entgegenzugehen wie die klugen Jungfrauen im Evangelium des Ewigkeitssonntags. Hoffentlich nehmen wir uns die Zeit dafür innezuhalten und die Prioritäten im Leben eines Christenmenschen nicht aus dem Auge zu verlieren. Unsere Zeit macht es uns da nicht einfach: Zu sehr sind wir abgelenkt von der Unruhe dieser Welt und den vielen, vielen Bildern, die uns über die modernen Medien Tag für Tag vorgeführt werden.

Da hätte die Adventszeit als eine Zeit der Buße und Einkehr doch eigentlich wieder ihren Sinn: Sich auf das Wesentliche konzentrieren – den Glauben an Christus als Chance zur „Entschleunigung“ zu sehen – Gottes Wort bewusst zu hören – die Beichte als großes Geschenk der Entlastung wiederzuentdecken und mit Christus in der Kommunion zur Ruhe zu kommen.

Auch dann mag Weihnachten wieder allzu schnell da sein, aber wir wären gerüstet und auf das große Wunder der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus vorbereitet.

Nutzt die Gelegenheit in den kommenden Wochen in unseren Gottesdiensten, Andachten und Gesprächen. „Alle Jahre wieder“ – das bleibt, aber entscheidend ist doch, ob wir mit der letzten Strophe des Liedes mit vollem Herzen bekennen können:

Christuskind „steht auch mir zur Seite, still und unerkannt, dass es treu mich leite an der lieben Hand.“

Das wünscht Ihnen/euch allen
Ihr/euer Pfarrer Frank-Christian Schmitt