Grußwort des Pfarrers

20060903_7

Siehe, eine Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären, und sie werden ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott mit uns.  (Jes. 7, 14)

Liebe Gemeinde, liebe Leser,

kurz vor Weihnachten richtet sich unser Blick gerne auf jene Begebenheiten, die uns nur der Evangelist Lukas berichtet. Dabei kommt der Ankündigung der Geburt des Herrn durch den Erzengel Gabriel (Lk. 1, 26-38) eine besondere Bedeutung zu: „Fürchte dich nicht, Maria, du hast Gnade bei Gott gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Jesus geben.“ (V. 30f.) Die Verwunderung Marias auf diese Botschaft ist nur all zugut nachzuvollziehen. Und Gabriel liefert ja auch die schlüssige Antwort dazu: „Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten, darum wird auch das Heilige, das geboren wird, Gottes Sohn genannt werden… Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich.“ (V. 35+37)

Wie sehr dabei die angesprochenen Namen des zu erwartenden Messias „Programm“ sind, macht schon der Prophet Jesaja deutlich: Immanuel wird man ihn nennen, d.h. „Gott mit uns“ Oder eben Jesus, d.h. Gott hilft – Gott rettet!

Im Grunde konnte Gott uns ja nicht näherkommen als in diesem Kind, das Maria vom Heiligen Geist empfängt und in aller Bescheidenheit zur Welt bringt.

Was die Theologie „Inkarnation“ (Menschwerdung) nennt und zuweilen kompliziert beschreibt, ist hier in einem Wort zusammengefasst: GOTT mit uns! Ganz bei uns als Mensch. Ganz hilflos und in den ersten Lebensmonaten völlig auf Maria angewiesen. Hungrig und durstig wie alle anderen Menschen. Belastet mit allen Konsequenzen einer gefallenen Welt bis zum Tod am Kreuz. Deshalb richtet sich unser Blick an Weihnachten immer über die Krippe und das Jesuskind hinaus auf die ganze Spanne menschlichen Lebens mit allen Höhen und Tiefen. Gott ist in Jesus eben ganz und gar mitten unter uns mit allem, was das Menschsein ausmacht. Deshalb musste er eben auch von einer Frau empfangen und geboren werden – wie wir alle!

Grund genug auch Maria einmal dafür zu danken. Auch Martin Luther bekennt noch 1533 ganz überschwänglich: „Creatura Maria non potest satis laudari“ – „Maria kann nicht genug gelobt werden.“ Dabei kommt ihrer Glaubenshaltung die wesentliche Anerkennung zu: „Selig bist du, die du geglaubt hast! Denn es wird vollendet werden, was dir gesagt ist von dem Herrn.“ (Lk. 1, 45) Eben Gott in Jesus Christus ganz mit uns!

In diesem Sinne eine gesegnete Weihnachtszeit

Ihr/euer Pfarrer Frank-Christian Schmitt