Grußwort des Pfarrers

20060903_7Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen (Weihnachtsgeschichte Lk. 2, 12)

Liebe Gemeinde, liebe Leser,

Zeichen sind für uns Menschen wichtig und helfen uns wichtige Dinge besser wahrzunehmen und im Gedächtnis zu behalten. Nachdem Gott über Jahrhunderte durch die Propheten des Alten Bundes zu seinem Volk gesprochen hatte, war die Bilanz des Erfolgs leider nur mäßig. So schickt Gott seinen Sohn selbst in diese Welt und gibt ihr und uns Menschen ein starkes Zeichen: „Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.“ Was ist daran stark – magst Du dich jetzt wohl fragen? Ein Kind und eine Krippe! Göttliche Zeichen würde wir uns wohl anders vorstellen. Ja, richtig! Aber Gott will es so und macht es so: Ein kleiner verletzlicher Säugling in einer armseligen Futterkrippe. Gottes Maßstäbe scheinen andere zu sein als unsere. Gott will offensichtlich die Menschen nicht mit Brachialgewalt überzeugen und gewinnen. Oder von oben herab mit Zwang. Nein, ER will unsere Herzen bewegen und gewinnen mit einem Kind in der Krippe. Nicht irgendeines – sondern SEIN Sohn! Uns Menschen und unserer Fürsorge, aber auch unserer Schuld und Gewalt, völlig ausgeliefert. Und so kommt, was kommen muss: Über dem Zeichen der Krippe steht das Zeichen des Kreuzes. Am Ende vollendet sich auch das Erlösungswerk Gottes in menschlicher Schwachheit. Der Blick in die Krippe darf uns in den nächsten Wochen immer wieder daran erinnern. Am Ende ist sie doch ein starkes Zeichen, denn Gottes Kraft steht dahinter. Daran haben auch wir Anteil, wenn wir mit Paul Gerhardt singen und beten:

Eins aber, hoff ich, wirst du mir, mein Heiland, nicht versagen:
dass ich dich möge für und für in, bei und an mir tragen.
So lass mich doch dein Kripplein sein;
Komm, komm und lege bei mir ein
dich und alle deine Freuden.
(ELKG 28, 9)

Eine besinnliche Adventszeit, ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein behütetes Neues Jahr wünscht

Ihr/euer Pfarrer Frank-Christian Schmitt