Grußwort des Pfarrers

20060903_7Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich. (1. Kor. 15, 42; Monatsspruch April 2020)

Liebe Gemeinde, liebe Leser,

unser Monatsspruch aus dem 1. Korintherbrief des Apostels Paulus antwortet auf eine äußerst interessante und heute – wie damals – genauso brisante Frage: „Wie werden die Toten auferstehen, und mit was für einem Leib werden sie kommen?“ (1. Kor. 15, 35) Sicherlich, hat jeder sich schon einmal eine solche Frage gestellt! Denn an die Auferstehung Christi zu glauben ist eine Sache, eine andere ist, wie wir Menschen uns das konkret vorstellen sollen? Allerdings warnt uns der Apostel davor uns dabei zu Narren zu machen, wenn wir Wesentliches aus dem Blick verlieren. Dass nun bald die „närrische Zeit“ beginnt, sollte uns wohl kaum damit zufrieden stellen. Paulus sagt ja mit Recht: „Du Narr: Was du säst, wird nicht lebendig, wenn es nicht stirbt. Und was du säst, ist ja nicht der Leib, der werden soll, sondern ein bloßes Korn, sei es von Weizen oder etwas anderem.“ (1. Kor. 15, 36f.)

Genau darum geht es: Wir haben es mit unterschiedlichen Dimensionen zu tun! Paulus führt das weiter mit zutreffenden Beispielen aus, die interessanterweise als biblisches Wort kaum bekannt sind und äußerst selten zitiert werden. Er schreibt: „Gott aber gibt ihm einen Leib, wie er will, einem jeden Samen seinen eigenen Leib. Nicht alles Fleisch ist das gleiche Fleisch, sondern ein anderes Fleisch haben die Menschen, ein anderes das Vieh, ein anderes die Vögel, ein anderes die Fische. Und es gibt himmlische Körper und irdische Körper; aber eine andere Herrlichkeit haben die himmlischen und eine andere die irdischen. Einen anderen Glanz hat die Sonne, einen anderen Glanz hat der Mond, einen anderen Glanz haben die Sterne; denn ein Stern unterscheidet sich vom andern durch seinen Glanz. So auch die Auferstehung der Toten. Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich!“ (1. Kor. 15, 38-42)

Also, ein neuer Leib – ein geistlicher Leib – wird auferstehen. Wir werden vollkommen verwandelt und doch unsere Identität behalten. Unvorstellbar -, aber auch tröstlich! Denn alles, was uns hier auch im Leib belastet hat in Folge der Vergänglichkeit wird es nicht mehr geben. Wer wollte schon mit den Gebrechen des Alters, mit Schmerzen, Behinderung oder anderen körperlichen oder seelischen Belastungen ewig in der Herrlichkeit Gottes sein? Die dann ja gar nicht herrlich sein könnte! Deshalb schreibt Paulus weiter: „Es wird gesät in Niedrigkeit und wird auferstehen in Herrlichkeit. Es wird gesät in Armseligkeit und wird auferstehen in Kraft.“ (V43)

Ich persönlich habe es mir deshalb abgewöhnt zu viel über die Frage: „Wie werden wir auferstehen?“ nachzudenken. Ich bevorzuge es, mich mit dem Apostel Paulus in dieser Hinsicht von aller Narretei fernzuhalten und mich lieber zu freuen auf das, was uns verheißen ist: „Jesus lebt, mit ihm auch ich!“ (ELKG 89, 1) Jetzt hier und dort ganz anders!

Ihr/euer Pfarrer Frank-Christian Schmitt