Grußwort des Pfarrers

20060903_7Gott ist nicht ferne von einem jeden unter uns. Denn in ihm leben, weben und sind wir.  (Apg. 17, 27)

 

Liebe Gemeinde, liebe Leser,

immer wieder wird gefragt: Wo ist Gott in dieser Welt, in der Not, in Krankheit oder Krieg? Hinter dieser Frage steht ein Gottesbild, das nicht dem der Bibel entspricht. Der Apostel Paulus erinnert in seiner berühmten Rede auf dem Areopag in Athen daran, dass Gott jedem Menschen nahe ist, weil wir „göttlichen Geschlechts“ (Apg. 17, 29) sind: „Denn in IHM leben, weben und sind wir.“ Und seitdem Gott in Christus selbst auf dieser Welt als Mensch war, ist die Frage längst beantwortet: Da in der Krippe von Bethlehem – ganz klein und hilflos als Kind, da ist unser GOTT! Da bei den Menschen, die IHM zuhören und auf Seine Hilfe vertrauen, da ist unser GOTT! Da am Kreuz von Golgatha voller Angst und Schmerzen, da ist unser GOTT! Da im Grab ist unser GOTT! Aber, auch dort am Ostermorgen und am Himmelfahrtstag, lebendig und über alle erhoben, da ist unser GOTT! In dem Feuer des Glaubens durch die Kraft des Heiligen Geistes am Pfingsttag, da ist unser GOTT! Gott ganz oben und wir ganz unten im Leid der Welt, das ist es eben gerade nicht. Gottes Geist durchdringt diese Welt und erhält sie bis auf den heutigen Tag. Wir haben vielleicht als Menschen verlernt still zu werden und hinzuhören. GOTT spricht auch heute, nur wir können Seine Stimme nicht mehr heraushören aus dem Geplapper und Geschwätz rund um die Uhr – analog oder digital! Das wir alle in GOTT „leben, weben und sind“ gilt es neu zu entdecken. Wenn dann unsere Herzen geöffnet sind für SEIN Wort, dann werden wir IHN gerade in der Not, in Krankheit und Leid hören und – vielleicht – sogar sehen! Die große Frage ist ja nicht: Wo ist GOTT in dieser Welt, sondern: Wo ist Gott nicht in dieser Welt? Christus hat uns aufgerufen IHN in den Leidenden zu entdecken, IHN in den Kranken zu besuchen und in den Kleinsten und Schwächsten wahrzunehmen. Einen anderen Weg gibt es auf dieser Welt nicht. Selbst im Gottesdienst müssen wir uns mit SEINER Gegenwart im Wort und in den bescheidenen Gaben von Brot und Wein begnügen. Aber, ER ist da: „GOTT ist nicht ferne von einem jeden unter uns.“

Diese Erfahrung wünsche ich uns allen.

Ihr/euer Pfarrer Frank-Christian Schmitt