Grußwort des Pfarrers

20060903_7Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. (Psalm 42, 3)

Liebe Gemeinde, liebe Leser,

als Hobbygärtner leide ich manchmal schon sehr unter der anhaltenden Trockenheit in den letzten Jahren. Ohne Gießen – auf den schnell austrocknenden Kiesböden hier in München – wächst da nichts mehr. Man kann dann den Pflanzen richtig ansehen, wie sehr sie nach Wasser lechzen und wie sie sich erholen und wieder aufleben, wenn sie ordentlich gegossen werden. Wenn nun schon die Pflanzen im Garten auf ganz natürliche Weise so sehr „dürstet“, wie viel mehr muss es uns Menschen als Geschöpfe und Ebenbilder Gottes da nach Gott „dürsten“!

Leider haben viele Menschen in unserer Zeit jeglichen Bezug zu Gott verloren bzw. nie einen gehabt. Was man nicht kennt, kann man auch nicht vermissen! Ja, so könnte man denken. Und so scheint es vordergründig auch zu sein. Bei näherem Hinschauen stellt sich die Sachlage allerdings als viel komplizierter und vielschichtiger heraus: Immer mehr Menschen vermissen einen inneren Halt, eine Mitte und Orientierung im Leben!

Das muss nicht verwundern, denn wenn wir Menschen Gottes Ebenbilder sind, dann sind wir schöpfungsmäßig auch auf IHN hin geschaffen und ausgerichtet. Und so ist die große Sehnsucht des Psalmbeters auch zu verstehen: „Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott.“ Er beschreibt damit die Lebendigkeit seiner Gottesbeziehung, die eben mehr ist als „nur“ an Gott zu glauben. Es geht darum mit IHM zu leben – in IHM zu leben – IHM nahe zu sein. Wie schön ist es da, dass wir Jesus Christus haben. In IHM ist Gott uns ganz nahegekommen, in dem ER selbst Mensch geworden ist. Und ER tut es weiter auch in unserem Leben und ganz besonders, wenn ER zu uns kommt in den Gaben von Brot und Wein im Heiligen Abendmahl. Dort wird der Durst unserer Seele gelöscht mit der heilsamen und erlösenden Gegenwart Jesus Christi. Näher können wir dem lebendigen Gott in dieser Zeit und Welt nicht kommen!

Deshalb ist es gut, diese Speise gerne und häufig zu empfangen, damit der Durst unserer Seele gestillt und die Nähe des lebendigen Gottes spürbar wird.

Ihr/euer Pfarrer Frank-Christian Schmitt