Grußwort des Pfarrers

20060903_7Der Herr aber richte eure Herzen aus auf die Liebe Gottes und auf das Warten auf Christus (2 Thess. 3, 5 – Monatsspruch November 2021)

 

Liebe Gemeinde, liebe Leser,

ich warte ja nicht gerne! Das geht wohl den meisten Menschen so. Ob an der Bushaltestelle, auf dem Bahnhof, beim Arzt oder der Behörde, möchte ich möglichst schnell dran sein. Wenn es dann doch länger dauert, werde ich schnell ungeduldig. Das passiert in Glaubensdingen natürlich genauso: Am Ende des Kirchenjahres richtet sich unser Blick auf den wiederkommenden Christus, auf den wir warten! Und das fällt eben auch schwer.

Wie viele gläubige Menschen wünschen sich, dass Christus bald wiederkommt und allem Elend dieser Welt ein Ende bereitet. Aber nicht wir bestimmen, wann der HERR wiederkommt, sondern ER selbst in seiner unergründlichen Weisheit und Allmacht. Der Apostel Paulus bittet uns daher in den Worten des Monatsspruchs November 2021 aus seinem 2. Brief an die Christen in Thessaloniki, dass wir unsere Herzen von Gott ausrichten lassen auf seine in Christus erschienene Liebe „und auf das Warten auf Christus.“ Das entlastet mich, denn die Geduld muss nicht ich aufbringen, sondern ich darf sie mir von Gott selbst schenken lassen. Denn bei aller Ungeduld im Warten gilt es ja in jeder Lebenslage zu erkennen, wie sehr Gott uns liebt. Und das Warten auf Christus nicht eine „Hinhaltetaktik“ Gottes ist, sondern einen Platz im Heilsplan Gottes hat: Auch mit Dir und mir! Nur Gott selbst kann unsere Herzen so öffnen und empfänglich machen, dass wir auch in schwierigen Zeiten und Situationen seine Liebe dahinter erkennen können. Vordergründig – oder sollte ich sagen weltlich gesehen – scheint doch Vieles auf dieser Welt nur negativ zu sein. Und doch: Gottes Maßstäbe sind ganz andere! Wir erkennen das an Christus: Da wird der Leidende und Sterbende zum Sieger und das was auf dieser Welt klein und schwach erscheint zeigt seine Größe und Stärke.

Ich möchte am Leid dieser Welt nicht zerbrechen, sondern Perspektive über dem Leid sehen und von Herzen glauben! So kann ich dem Warten vielleicht doch einen Sinn abgewinnen. Das wünsche ich auch Ihnen/euch allen.

Ihr/euer Pfarrer Frank-Christian Schmitt