Jesus Christus spricht: Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben. (Joh. 10, 10)
Liebe Gemeinde, liebe Leser,
was ist eigentlich ein erfülltes Leben? Manche würden antworten: Ein langes und erfolgreiches Leben, in dem es einem an nichts gefehlt hat. Andere würden vielleicht sagen: Ein Leben, in dem ich mich verwirklichen konnte. Und wieder andere: Ein Leben ohne große Sorgen, Krankheiten und Schicksalsschläge!
Allen Antworten gemeinsam ist, dass sich das beschriebene Lebensziel auf das irdische Leben bezieht und durchaus ohne Gott und den Glauben auskommt.
Der Monatsspruch für August 2026 ist dem Kapitel über den guten Hirten im Johannesevangelium entnommen. Jesus Christus, der gute Hirte, spricht also im Hinblick auf den Glauben und die Ausrichtung auf ihn von einem „erfüllten Leben.“ Und genau das benennt er als seine Aufgabe: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.“ Damit kann wohl kaum alleine die Anzahl der Jahre irdischen Lebens, Wohlstand, Gesundheit, Erfolg und Selbstverwirklichung gemeint sein.
„Leben in Fülle“ – so will Jesus deutlich machen – ist mehr als all das. Es ist ein Leben in Gemeinschaft mit dem, von dem es kommt und zu dem es wieder geht. Jesus Christus, der gute Hirte, ist uns dabei vorangegangen – eben auch durch alle dunklen Seiten dieses Lebens. Am Ende wird nach aller Bitterkeit des grausamen Kreuzestodes sein Leben vom Vater selbst durch seine Auferweckung zur Fülle himmlischer Herrlichkeit geführt.
Und wir? Wir dürfen ihm dahin folgen und das egal, ob unser Leben hier auf dieser Erde nur kurz oder sehr lang war. Egal, ob uns Wohlstand und Reichtum vergönnt war oder nicht. Egal, ob uns viel gelungen oder misslungen ist. Am Ende gibt der gute Hirte selbst uns das ewige Leben. Und sein Versprechen gilt: „Sie werden nimmermehr umkommen und niemand wird sie aus meiner Hand reißen.“ (Joh. 20, 28) Solche „Fülle des Lebens“ schenkt alleine Christus. Wie gut, dass Er uns berufen hat Ihm zu folgen. Und so können wir mit Nikolaus Ludwig von Zinsendorf immer wieder singen und bekennen: „Jesu, geh voran auf der Lebensbahn! Und wir wollen nicht verweilen, dir getreulich nachzueilen; führ uns an der Hand bis ins Vaterland.“ (ELKG² 656, 1)
Nur dort ist „Leben in Fülle“ ohne Ende.
In diesem Sinne grüßt herzlich
Ihr/euer Pfarrer Frank-Christian Schmitt
