Grußwort des Pfarrers

20060903_7Wendet euer Herz wieder dem Herrn zu und dient ihm allein. (1 Samuel 7, 3)

Liebe Gemeinde, liebe Leser,

in diesem Jahr beginnt die Fasten- und Passionszeit – durch den späten Ostertermin – erst am 6. März. Der Monatsspruch für den März 2019 aus dem 1. Buch Samuel erinnert uns daran, worum es in der Fastenzeit vor allem geht: „Wendet euer Herz wieder dem Herrn zu und dient ihm allein.“

Auch nach ungefähr 3000 Jahren hat sich an diesem Zustand nichts geändert:  Der Mensch ist wie er ist!  Gott und dem Guten zu dienen, ist uns leider nicht einfach in die Wiege gelegt. Zuviel anderes nimmt uns oft gefangen und verstellt uns den Blick zu Gott: Ein bisschen Egoismus und gekränkte Eitelkeit oder etwas Rechthaberei und Lieblosigkeit und und und … Wir sind halt nicht vollkommen! Ja, so ist es, aber Einsicht sollte doch wenigstens zur Besserung führen!?

Mitunter kann man da aber auch an sich selbst – und sowieso an den anderen -verzweifeln. Sich Gott wieder neu zuzuwenden, heißt eben immer auch erst einmal sich selbst so zu sehen wie man auch wirklich ist. Das führt zur Bescheidenheit und zu Großherzigkeit den Fehlern der anderen gegenüber.

Solche Bescheidenheit belohnt Gott, so wie wir das auch schon im 1. Buch Samuel im Lobgesang der Hanna lesen: „ER hebt den Dürftigen aus dem Staub und erhöht den Armen aus der Asche.“ (2, 8)

Gott unser Herz zuzuwenden, d.h. demütig zu werden und das Entscheidende von IHM zu erwarten. Die Fasten- und Passionszeit kann uns von neuem daran erinnern, dass wir ohne Gott nichts Gutes tun können. Vor allem aber, dass ER in Seinem Sohn alles für uns getan hat. Ja, wir werden aufgerufen Gott zu dienen, aber doch erst nachdem ER uns schon längst gedient hat. Jesus betont immer wieder, dass er gekommen ist zu dienen. Unser Dienst kann immer nur eine dankbare Antwort auf das Handeln Gottes selbst sein.

Und selbst unser Herz können wir Ihm doch nur zuwenden, wenn Er uns durch die Kraft Seines Heiligen Geistes dazu fähig macht. Gott von ganzem Herzen und von ganzer Seele zu vertrauen und ihm zu dienen, ist eben auch ein Geschenk.

Der Blick auf den leidenden Gottessohn in der Passionszeit hilft uns das zu erkennen und im Herzen zu bewegen. Dann wird ER unser Herz bewegen – hin zu IHM und zu unserem Nächsten.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen gesegneten Dienst.

Ihr/euer Pfarrer Frank-Christian Schmitt