Grußwort des Pfarrerdiakons

Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann.
(Monatsspruch November 2018: Offenbarung 21, 2)

Liebe Gemeinde, liebe Leser,

eins ist jetzt bereits bei unserem Kirchbauprojekt im Rohbau zu erkennen:

Es entsteht da ein Haus Gottes, was wir als Gemeinde noch in Besitz nehmen und sicher auch mit Leben füllen werden. Dennoch wird in Obermenzing – auch bereits sichtbar – keine Kathedrale gebaut, so wie unsere Vorfahren im Mittelalter Dome bauten mit dem architektonisch-theologischen Ziel vor Augen als Abbild des himmlischen Jerusalems. Aber es entwickelt sich im Baugeschehen ein ‚Beth-El‘, so wie der Erzvater Jakob nach seiner geträumten Gottesbegegnung den Ort des Traumes mit Hilfe eines Steines als Gottes Haus bezeichnete. „Hier ist nichts anderes als Gottes Haus, und hier ist die Pforte des Himmels.“ (1.Mose 28, 17) Dieses alttestamentliche Bild nimmt der Seher St. Johannes in seinem Buch der Offenbarung mit unserem Monatsspruch für November 2018 auf: Er sieht – auch in einem Traum – das himmlische Jerusalem herabsteigen. Was ist das für eine großartige Vision! Eine ganze Stadt ist geschmückt wie eine Braut bei ihrem Hochzeitszug zum Bräutigam und verändert ihren Ort vom Himmel auf die Erde – von Gott her zu uns Menschen. Nicht nur fantastisch, sondern auch voller Sehnsucht und Hoffnung malt Johannes dieses Bild aus – fast zu schön, um wahr zu sein!

Am Ende des Kirchenjahres blicken wir als Christen bedächtig zurück auf die Wahrheiten der vergangenen Wochen und Monate. Auch Trauriges war zu erleben: Schwere Krankheit, belastende Erlebnisse, Tod eines lieben und vertrauten Menschen, oder …

Wir sehen und spüren unser Leid. Der Eine sieht es eher mit Schwermut und gedanklich im „Alten“ verhaftet; der Andere aber auch mit Hilfe des Novemberspruches wunderbar von einem Traumbild getröstet und mit neuem Mut beschenkt: Gott macht alles neu! Und ER schickt uns seine himmlische Stadt auf die Erde. Das alte Erleben wird ersetzt durch ein neues Bild: Gott gibt uns einen Einblick in seine heilige Stadt. Der Vorgeschmack des Himmels, die reich geschmückte Braut, die Berührung von Himmel und Erde und die Gegenwart Gottes bei uns Menschen: Das möge jetzt in der dunkler werdenden Jahreszeit unseren Herzen und Sinnen Erhellung und Auftrieb geben. Gerne lassen wir uns deswegen von IHM einladen zu den Gottesdiensten. Auch die Begegnung mit ihm im Hausabendmahl spendet Hoffnung und Trost. Solche Erlebnisse mit dem lebendigen Gott brauchen wir als Gemeinde des auferstandenen und lebendigen Herrn Christus!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und euch allen eine gesegnete, zukunftsweisende Zeit am Ende des Kirchenjahres und grüße herzlich – auch im Namen von Pfarrer Schmitt.

Ihr / euer

Walter Wiener, Pfarrdiakon